changes (Pas de Deux)

HD-Audio/Video, 2022

mit Lea Titz

 

Fotogalerie Wien, AT



Zustandsveränderungen und Transformationen der Wahrnehmung an den Schnittstellen zwischen Bild und Ton bilden die Ausgangsbasis von ‚changes’. Im Tanz der beiden Disziplinen (Pas de Deux) begleitet der Ton nicht das Bild oder umgekehrt. Wechselwirkung, Gleichzeitigkeit und Eigenständigkeit im Umgang mit der audiovisuellen Verschmelzung mündet dabei in der Konfrontation von plötzlichen und schleichenden Veränderungen.

 

Während die Tonspur durch das mehr als tausendmalige Hin- und Herkopieren des Lautes S zwischen zwei Computern feine Fehler und kaum merkbare Veränderungen ausbildet, wird auf Bildebene eine Kette an Reaktionen bedingt, die oft ähnlich verläuft und in sogenannten Phasenmodellen beschrieben werden kann. Ein Hindernis in einer Ameisenstraße wird nach einer Phase der Irritation und des Auslotens eine neue Route mit sich bringen. Der Berg, der den gewohnten Pfad stört, kann als Bild für beliebige sich verändernde Situationen stehen. Abhängig davon, wie massiv der Eingriff ist, dauert es länger oder kürzer, bis die Veränderung angenommen, adaptiert, integriert oder hörbar ist.

 

Vergleichbar mit dem massiven Eingriff den die Pandemie bedeutet. In der Bildebene das Vordergründige: Der Schock, die Unsicherheit, die Maßnahmen, die Gewöhnung. In der Tonebene schleichende Veränderungen die kaum merkbar unsere Gesellschaft durchdringen.